Foto aus dem Erfahrungsbericht von Isabella
Erfahrungsbericht
Dominikanische Republik

Alltag in Rio Limpio an der Grenze zu Haiti

„Generell sind die Menschen im ganzen Land sehr herzlich. Man wird oft eingeladen, zum Beispiel auf einen Kaffee.“
Freiwillige/r
Isabella
Jahrgang
2025/26
Bericht
1. Bericht

Seit vier Monaten lebe ich als Freiwillige in der Dominikanischen Republik und habe in dieser Zeit viele neue Erfahrungen gesammelt – sowohl im Arbeitsalltag als auch im Zusammenleben mit meiner Gastfamilie.

Leben in der Gastfamilie

Ich lebe in Rio Limpio, einem kleinen, abgelegenen Dorf nahe der Grenze zu Haiti, auf einem gemeinsamen Grundstück mit meiner Gastfamilie. In einem Haus wohnen meine Gastmutter, meine Gastschwester mit ihrem Kind und ich, im Haus gegenüber mein Gastbruder mit seiner Familie und einem Hund.

Meine Gastmutter ist eine sehr herzliche und fürsorgliche Frau. Tagsüber arbeitet sie in einer Grundschule und kümmert sich danach um den Haushalt und das Kochen für die ganze Familie. Sie achtet sehr darauf, dass ich genug esse, und berücksichtigt meine Vorlieben. Wenn ich Hilfe brauche oder Fragen habe, kann ich mich jederzeit an meine Gastfamilie wenden, und auch sprachlich ist meine Gastmutter sehr geduldig mit mir. Das Leben hier ist sehr einfach – trotzdem habe ich mich gut eingelebt und fühle mich willkommen.

Foto aus dem Erfahrungsbericht von Isabella

Meine Einsatzstelle: die Schule CREAR

CREAR unterrichtet die Klassenstufen 4, 5 und 6. Die Klassen sind klein, die Altersspanne aber groß: In der 4. Klasse sind die Schülerinnen und Schüler etwa 15 bis 17 Jahre alt, in der 6. Klasse teilweise bis 22. CREAR ist eine technische Schule mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft; wenn im Unterricht nichts zu tun ist, helfen wir manchmal auf dem Feld, wo unter anderem Yuca angebaut und Tiere gehalten werden.

Ich arbeite als Assistenzlehrerin für Englisch, unterstütze meinen Tutor im Unterricht oder übernehme selbst Unterrichtseinheiten. Wir gestalten den Englischunterricht sehr spielerisch und aktiv. Die Schülerinnen und Schüler sind freundlich, offen und motiviert – auch wenn ihr Englischniveau eher niedrig ist, funktioniert der Unterricht gut.

Der Schultag beginnt jeden Morgen mit einer Bibelstunde: Die Nationalhymne wird gesungen, die Flagge gehisst und ein Bibelvers vorgelesen. Die Schule endet offiziell um 16 Uhr, wenn die Flagge wieder eingeholt wird. Das Essen wird frisch zubereitet, fast ausschließlich mit regionalen Lebensmitteln und traditionellen Gerichten.

Das Dorf

Das Leben in Rio Limpio ist ruhig und einfach. Morgens ab etwa 7 Uhr ist viel los, tagsüber wird es ruhiger, abends wieder lebhafter. Es gibt einen Sportplatz, eine kleine Billardbar, eine Eisdiele, viele Colmados und Essensstände mit Empanadas, Hotdogs und Pica Pollo. Am Wochenende kommen viele haitianische Händlerinnen und Händler ins Dorf, und es gibt einen kleinen Flohmarkt.

Der Weg aus Rio Limpio heraus ist relativ kompliziert: Morgens fahren Busse in etwa zwei Stunden nach Loma de Cabrera, und erst von dort geht es in andere Städte. Zurück geht es nur zu bestimmten Zeiten. Doch man wird nie allein gelassen – die Lehrkräfte haben uns genau erklärt, wie man am besten fährt, und auch unterwegs waren die Menschen immer sehr hilfsbereit.

Generell sind die Menschen im ganzen Land sehr herzlich. Man wird oft eingeladen, zum Beispiel auf einen Kaffee.

Insgesamt ist das Leben hier sehr anders als das, was ich aus Deutschland kenne: einfacher, ruhiger und manchmal herausfordernd, aber auch sehr lehrreich. Ich habe gelernt, geduldig zu sein, mich anzupassen und mit wenigen Möglichkeiten auszukommen.

Den ganzen Bericht lesen
Originalbericht als PDF
PDF herunterladen

Weitere Erfahrungsberichte

Peru
Mitarbeit im ethnobotanischen Garten und bei Workshops zu verschiedenen Umweltthemen
„Natürlich war dies am Anfang mehr als nur ein bisschen überwältigend, aber mittlerweile liebe ich diese Stadt sehr und kann mir keinen anderen Ort mehr vorstellen für mein Auslandsjahr.“
Luisa
Jahrgang 2025/26
2. Bericht
Indien
Mitarbeit in einer Bildungseinrichtung mit Schwerpunkt auf nachhaltige Bildung und naturnahem Lernen
„Auch wenn es manchmal chaotisch wirkt, funktioniert es am Ende – vielleicht nicht perfekt, aber definitiv mit weniger Stress.“
Tim
Jahrgang 2025/26
1. Bericht
Peru
Nachhaltiger Kaffeeanbau im peruanischen Bergregenwald
„Dennoch verspüre ich beim Reflektieren über meine Zeit hier eine unglaubliche Dankbarkeit, diese Erfahrung machen zu dürfen. […] Ich habe in diesen 4 Monaten schon sehr viel über Kaffee, Peru und auch über mich gelernt.“
Erik
Jahrgang 2025/26
1. Bericht
Nach oben scrollen