Seit über einem halben Jahr bin ich jetzt schon in Pucallpa, Peru, und durfte viele unglaubliche Momente sammeln. Ich habe schon viel gelernt und erfahren dürfen. Im Folgenden berichte ich ein bisschen von meinem Leben hier.
Pucallpa
Momentan ist Regenzeit, es regnet jeden Tag ein bisschen oder auch mehr. Die Stadt ist deswegen nicht selten an einigen Stellen überschwemmt. Aber sobald die Sonne sich wieder zeigt, kommt auch die Hitze zurück, mit der wir Pucallpa kennengelernt haben.
Die Stadt ist schnelllebig: Man blinzelt einmal kurz und schon macht ein neues Geschäft auf. Es gibt immer viel zu erleben, und man findet schnell seine Lieblingsorte. Das Café „Ukaw“ zieht mich regelmäßig an, mit seinen vielen Gerichten rund um Kakao – und als einer der wenigen Orte in Pucallpa mit veganen und vegetarischen Gerichten. Ich liebe es auch, in der „Calle segunda mano“ (wie wir sie nennen) nach Secondhand-Kleidung zu stöbern; nicht selten findet man tolle Stücke für sehr wenig Geld. Ab und zu gehen wir ins Kino, das hier nur 9 Soles kostet (umgerechnet etwa 2,25 €), und stellen dabei unser Spanisch auf die Probe. Abends ist immer etwas los: Tankstellen sind ein bisschen wie Spätis zu Hause, man holt sich ein Getränk und Snacks und setzt sich davor.
Pucallpa hat überall Ecken, wo man tolle und kulturschockende Momente finden kann. Natürlich war dies am Anfang mehr als nur ein bisschen überwältigend, aber mittlerweile liebe ich diese Stadt sehr und kann mir keinen anderen Ort mehr vorstellen für mein Auslandsjahr.

Arbeit in Biokuka
Biokuka ist ein ethnobotanischer Garten am Rande von Pucallpa, gegründet von Raul und Margarita – ihr Herzensprojekt. Momentan ist Margarita sehr häufig im Garten, sodass wir hauptsächlich ihr helfen. Wenn es viel regnet, kümmern wir uns vor allem darum, Räume und Tiergehege sauber zu halten. Die Arbeit ist oft körperlich anstrengend und verlangt einiges an Nerven – nicht zuletzt, weil die Affen in Biokuka gerne etwas kaputt machen oder verstecken.
Meine Aufgaben momentan: Tiere versorgen, Laub rechen, Schilder bauen, anbringen und sauber machen, anderen Praktikantinnen und Praktikanten helfen und vieles mehr.

Wohnen
Wir wohnen weiterhin in unserer kleinen, gemütlichen WG: Jeni, Siby, Heinz und ich – wobei Heinz ein Kater ist und Jeni eine Peruanerin, die in Pucallpa studiert. Wir verbringen viel Zeit miteinander und lernen dadurch viel über die andere Kultur. Fast jeden Abend sitzen wir zusammen, kochen, spielen Karten und reden über ganz viel Chisme (Klatsch). Oft besuchen uns auch andere Freiwillige für ein Praktikum, denn im Garten wird immer Hilfe gebraucht.
Gerade gestalten wir unser Häuschen und bringen etwas Farbe ins Spiel. Uns wird viel Freiraum gelassen, wofür ich sehr dankbar bin. Ich liebe es, mir neue Motive auszudenken und sie in die Tat umzusetzen. Sonst ist auch das Klima teilweise anstrengend und macht einen körperlich und mental nicht selten sehr fertig. Auch daran gewöhnt sich der Körper etwas, aber es ist trotzdem immer wieder anstrengend.

Umfeld, Sprache und Fazit
In Pucallpa gibt es immer etwas zu unternehmen, und Anschluss zu finden ist nicht schwer. Durch Biokuka trifft man auch ehemalige Süd-Nord-Freiwillige, die noch etwas Deutsch können. Mit dem Spanisch läuft es immer besser, und je besser die Sprache läuft, desto einfacher findet man sich zurecht – in der Umgebung und mit den Menschen.
Ich kann mittlerweile für mich sagen, dass ich schon unglaublich viel in dem Jahr gelernt habe und ich dankbar bin für diese Erfahrungen.